Parkour Roof Riders

Posted by Dan Mousavi On April - 15 - 2010


Parkour Roof Riders ist ein Canabalt Klon ohne einen funken Innovation und einigen seltsamen gameplay Entscheidungen. Man spielt Jesus als einen Schlittschuh fahrender Dieb mit Gehstörungen, der sich als Parkourläufer ausgibt.

Er rutscht von Dach zu Dach, ohne je den Boden zu berühren, denn das ist alles was man bei parkour macht in den Augen der Entwickler. Man rennt eine fixe Distanz lang, bis man auf eine grüne Flagge am Ende des Levels stößt. Man kann versuchen das Level nochmal zu schaffen und dann seinen Namen in die Highscoreliste eintragen, die ist aber nicht auf Zeit, sondern auf Distanz basierend. Stellt euch Usain Bolt bei den Olympischen Spielen vor, es rennt die 100m in Weltrekordzeit und dann gibt’s Gold für alle, weil sie alle dieselbe Distanz gelaufen sind. Genau so muss man Punkte in Spielen berechnen, fair für jedermann und so…

Es tut mir Leid, lasst mich nochmal von vorne beginnen, diesmal ohne eigene Gefühle zum Thema, ich bin ein bisschen sauer geworden, weil ich es nicht mag, wenn sich jemand an der Idee eines anderen bereichert, in einem setting, das derjenige überhaupt nicht versteht und nur gewählt hat, weil es sich gut verkaufen lässt, wenn es richtig gemacht werden würde.

Das Spiel ist nicht wirklich schlecht, es hat eine nette Präsentation, die Grafiken sind sauber gezeichnet und es hat einen netten parallax scrollenden Hintergrund, der die Tageszeit basierend auf dem Schwierigkeitsgrad ändert. Der Parkourläufer an sich würde ja durchgehen, wenn die Animations- und Laufgeschwindigkeit angepasst würden und wenn er den Boden berühren würde. Er schwebt immer ein bisschen und hat nur deutlichen Bodenkontakt, wenn er sich nach einem hohen Sprung abrollt. Das Spielprinzip ist in Ordnung, es ist ja auch eine 1:1 Kopie der ersten Canabalt Version ohne einstürzende Gebäude.

Da ich Canabalt liebe, hab ich mehr Zeit mit dem Spiel verbracht, als ich nach dem ersten Start gedacht habe, weil es einen gleich wieder in seinen Bann schlägt und das fixe Ziel ist ganz nett, man will es jedes mal erreichen, wenn man ein kleines Spiel anfängt. Aber bei der Highscoreliste musste ich wirklich lachen, warum baut man so was ein, wenn es nicht bei einer abgesteckten Strecke auf Zeit basierend ist? Das ist Game Design einmal eins und hat nichts in einem kommerziellen Spiel verloren. Die Highscoreliste speichert auch keine Namen, man muss ihn nach jedem Versuch neu eintippen.

Es gibt 3 Schwierigkeitsgrade und einen unendlichmodus. Sie sind nahezu identisch mir unterschiedlicher Geschwindigkeit, auf leicht liegen ein paar Basketbälle und Kisten rum, auf medium kommt eine Katze dazu und ein Flugzeug fliegt über einem, das ab und zu Kisten abwirft und auf hard stehen noch Müllcontainer auf den Dächern rum. Das alles bremst einen nur ab, nichts tötet einen außer ein Absturz, das ist eigentlich ganz nett, weil man sich so fast immer mit ein paar beherzten Sprüngen wieder fangen kann. Aber es gibt nicht viel sonst zu tun nachdem man das Spiel durch hat, klar, man hat nun einen unendlich modus, bei dem die Highscoreliste plötzlich Sinn macht, aber es wäre so einfach gewesen, auf ein paar eigenen Ideen zu kommen, gerade wenn man parkour im Titel stehen hat, gibt es doch dutzende Möglichkeiten.

Am Anfang dachte ich das beste, was ich zu dem Titel sagen kann, ist das sie parkour richtig geschrieben haben, aber da das Spielprinzip trotzdem lustig ist, wenn auch geklaut, und die Präsentation bei einem so billigen Spiel akzeptabel ist, kann ich euch doch die Demo für eine kurze Spielrunde empfehlen. Wer ein Fan von dieser Art von Spielen ist, macht mit einem Kauf der Vollversion nicht wirklich was verkehrt, erwartet nur nichts neues. Aber wenn ihr es mit der Art von Spiel nicht eilig habt, dann wartet noch bis Flash offiziell raus kommt und spielt dann das bessere Original kostenlos.

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